1 Einleitung
Die Einleitung gibt Ihnen inhaltliche Informationen über das enzyklopädische Datenbankprogramm
Hic Leones.
1.1 Überblick
Hic Leones ist eine historisch-geographische Enzyklopädie der Welt (1880 - 1898) in Form einer Datenbank, basierend auf Ritters geographisch-statistischem Lexikon, 8. Auflage von 1895. Die dort auf über 2 250 Seiten vorliegenden Daten wurden mithilfe zusätzlicher Literatur korrigiert, standardisiert und bedeutend erweitert. Die in Ver. 1.2 mehr als 333 000 strukturierten Einträge können nun nach allen Kriterien, einzeln oder gruppenweise, abgefragt werden.
Hic Leones bietet neben der geographischen Information über Städte, Dörfer, Berge, Gebirge, Gewässer, Landschaften, Verwaltungs- und Gerichtsbezirke, Länder, Kontinente und Völker auch Hinweise auf Bevölkerungszahlen, religiöse, kulturelle und politische Einrichtungen, Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie, besondere Bauwerke, Postbureaus, Telegraphenstationen, Eisenbahnlinien, historische Ereignisse etc.
1.2 Nomen est Omen
HIC SVNT LEONES (Hier sind Löwen) wurde im Mittelalter von den Zeichnern geographischer Karten verwendet, um Grenzgebiete als unerforscht und damit möglicherweise als gefährlich und reich an Abenteuern zu bezeichnen. In der Architektur der Griechen und Römer war der Löwe der Quellwächter (Krenophylax), woraus sich wohl, im übertragenen Sinne, der königliche, starke, elegante und würdevolle Löwe als symbolischer Portalwächter vieler Bibliotheken entwickelt hat.
Die Kurzform
Hic Leones steht damit für das Abenteuer der geographischen Suche im unbekannten Terrain der Vergangenheit und für den Triumph der Entdeckung, der die Spirale von Fragen - Suchen - Finden - Verstehen - erneutes Fragen ... vorantreibt.
Hic Leones steht aber auch für die Sicherung und den Schutz von Daten aus alten Büchern durch Digitalisierung (Bildspeicherung jeder einzelnen Seite) und die Übertragung dieser Daten in eine digitale Enzyklopädie, um dieses Wissen der Vergangenheit mit den Mitteln der Gegenwart dem Suchenden als Hilfe anzubieten und für die Zukunft zu bewahren.
1.3 Vorwort zu Ritters geographisch-statistischem Lexikon (1895)
[Quellennachweis: Ritters geographisch-statistisches Lexikon über die Erdteile, Länder, Meere, Buchten, Häfen, Seen, Flüsse, Inseln, Gebirge, Staaten, Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Bäder, Bergwerke, Kanäle etc. Ein Nachschlagewerk über jeden geographischen Namen der Erde von irgendwelcher Bedeutung für den Weltverkehr; 8. Auflage, 2 Bände (A-K, L-Z) (1895); Ed.: J. Penzler, Otto Wiegand, Leipzig)].
Die hier vorliegende achte Auflage von Ritters Lexikon hat eine gründliche Umarbeitung und sehr bedeutende Bereicherung erfahren. Ein Vergleich mit den früheren Auflagen wird das sofort bestätigen.
Die Redaktion hat die ganze Fassung den vorgeschrittenen Ansprüchen der Wissenschaft und des Publikums angepasst und bei dem Massenmaterial, das die letzten Jahre gerade auf dem Gebiete der Erdkunde brachten, durch knappste Form die grösste Vollständigkeit zu erzielen gesucht. Diesem Streben konnte nur dadurch genügt werden, daß Beschreibungen und Schilderungen, physikalische Darstellungen und Erörterungen auf das Aeusserste beschränkt, historische Notizen aber ganz beseitigt wurden. Auf diese Weise konnte die Artikelzahl dem heutigen Verkehrsleben angemessen
um viele Tausende vermehrt und den Ansprüchen der Gegenwart an ein
praktisches Nachschlagebuch in jeder Beziehung Rechnung getragen werden. Gegen früher haben grössere Berücksichtigung erfahren von europäischen Ländern Bosnien, Bulgarien, Rumänien und Portugal, von aussereuropäischen in erster Linie Japan, aus dem allein mehrere Tausend Orte ganz neu aufgenommen worden sind; ferner Aegypten, Canada und Australien. Eine vollständige Umarbeitung ist mit dem Material der Vereinigten Staaten von Nordamerika vor sich gegangen und zwar ausschliesslich auf Grund amtlicher Quellen.
Die Länder und Staaten sind skizziert nach Lage, Umfang, Gestaltung der Oberfläche, Naturerzeugnissen, Handel und Industrie, Verkehrswesen, Bevölkerung, politischer Einteilung, Verfassung, Verwaltung, Kultur- und Bildungszustand, Staatshaushalt, Armee, Flotte etc.; ähnlich, nur knapper, die Provinzen, Grafschaften, Regierungsbezirke, Kreise, Departements, Kantone etc., ferner die Städte, Flecken, Gemeinden, Dörfer nach Lage, Zugehörigkeit in administrativer und gerichtlicher Beziehung, Einwohnerzahl, ob Post-, Telegraphen-, Eisenbahn-, Dampfschiffsstation, Konsulat, Zollamt, Behörden, Lehranstalten, Banken, Handelskammer, dann Handel, Industrie und Gewerbe.
Die Orte Deutschlands sind von 100 Einwohnern an aufgenommen, die Oesterreichs und der Schweiz von 150 - 200 an, bemerkenswerte, wie Gemeinden, Bäder, Fabriken, Hüttenwerke, besondere Verkehrsplätze auch mit geringerer Einwohnerzahl. Bei andern europäischen Ländern haben wir mit Orten von 200 - 500, bei aussereuropäischen mit solchen von 500 - 1000 angefangen.
Die Bevölkerungszahl von Ländern, Bezirken und Orten und andere statistische Nachweise sind nach dem letzten amtlichen Census jedes betreffenden Landes angegeben, und den übrigen statistischen Angaben sind die letzten offiziellen Veröffentlichungen zu Grunde gelegt, wobei wir nicht unterlassen können, für das freundliche Entgegenkommen den statistischen Bureaus sämtlicher deutschen Staaten, insbesondere dem Königl. Statistischen Bureau in Berlin, sowie vielen anderen Behörden, Konsulaten etc. unsern verbindlichsten Dank auch an dieser Stelle auszusprechen.
Da die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1890 für Preussen betreffs derjenigen Orte, die nicht Städte sind und weniger als 2000 Einwohner haben, nicht veröffentlicht sind, hat uns das Königl. Statist. Bureau in Berlin das gesamte amtliche Material für die Orte bis zu 100 Einwohnern hinab zur Verfügung gestellt. Infolgedessen ist diese achte Auflage von Ritters Lexikon das
einzige Werk, das die Resultate der letzten preussischen Volkszählung in diesem Umfange enthält.
Eine ganz besondere Sorgfalt ist in der neuen Auflage dem Verkehrswesen gewidmet worden. In Europa wird man kein Post- und Telegraphenamt, keine Eisenbahn- und Dampfschiffsstation vermissen. In Deutschland ist bei jedem Orte und Wohnplatze, der überhaupt aufgenommen wurde, der Postbestellbezirk angegeben worden. Es liegt auf der Hand, daß dadurch die Brauchbarkeit des Werkes besonders für die Postbehörden wesentlich erhöht ist. Auch die aussereuropäischen Post- und Telegraphenämter, soweit sie für den internationalen Verkehr in Betracht kommen, sind vollständig aufgenommen.
Die Namen folgen genau in alphabetischer Ordnung. Orte von gleicher Hauptbenennung, wenn auch in verschiedenen Ländern, oder mit unterscheidender Nebenbezeichnung, wie Alt-, Neu-, Gross-, Klein-, Ober-, Unter-, Nieder-, Grand-, Petit-, Alsó- (Nieder-, Unter-), Felsö- (Ober-, Ueber-), Kis- (Klein-), Nagy- (Gross-), Magyar- (Ungarisch-), Mezö- (Feld-), Nemet- (Deutsch-), O'- (Alt-), Ohla- (Walachisch-), Szasz- (Sächsisch-), Uj- (Neu-) in Ungarn etc. stehen unter diesen Zusammensetzungen in einer alphabetischen Reihe. Nur die mit San, Sankt, Sant', Santa, Saint-, Szent- (Heilig-) zusammengesetzten Namen sind unter den Stammnamen zu suchen. Die im Text vorkommenden Ausdrücke Län, Hered, Herred im Skandinavischen; Sandschak, Vilajet und Ejalet im Türkischen; Departement, Arrondissement und Canton im Französischen; Nomarchie, Eparchie und Demos im Griechischen sind Bezeichnungen für Verwaltungsbezirke; Loch, Lough, Lake für See, Dagh für Gebirge, Djebel, Dschebel für Berg, River für Fluss, Mount, Monte, Mont für Berg.
Die Schreibweise der Namen bietet für die Bearbeitung eines so umfassenden Werkes, wie für den Gebrauch viel Schwierigkeit. Im allgemeinen ist die amtliche Schreibweise des betreffenden Landes als die gültige angenommen. Fremde Orte, Flüsse etc. mit vollständig eingebürgerter deutscher Bezeichnung, wie z.B. Mailand für Milano, Neapel, Themse etc. stehen natürlich nur unter dieser deutschen Bezeichnung. Türkische, persische und besonders arabische Namen werden so verschiedenartig, von den Engländern und Franzosen nach ihrer Aussprache, geschrieben, daß ein fester Anhalt für die Schreibweise schwer zu finden ist. Wir haben im allgemeinen die der deutschen Aussprache sich anpassende Schreibart beibehalten, oft aber auch mit Verweisungen das Nachschlagen erleichtert. Die indischen Namen haben wir im ganzen nach dem englischen Schreibgebrauche gegeben, uns hier hauptsächlich an die Schreibweise der Petermann'schen Geographischen Mitteilungen anschliessend.
Der schwankende Gebrauch von ai, ei und ey, y und i bei deutschen Namen konnte nicht systematisch festgestellt werden. Fehlt der Name bei dem einen dieser Buchstaben, so beliebe der Leser bei dem andern Buchstaben nachzusehen. Dagegen ist in deutschen Namen das als k auszusprechende c durchweg durch k ersetzt worden, also z.B. Kassel, Köln, Korbetha, Küstrin etc. Bei dem sonstigen auch amtlich sehr schwankenden Gebrauch dieses c wird durch unsre einheitliche Aenderung das Nachschlagen bedeutend vereinfacht und erleichtert.
Verweisungen sind möglichst vermieden; Namen jedoch unter verschieden vorkommender Bezeichnung, wie Armenierstadt = Szamos-Ujvar, Batschendorf = Bacsfalu, Amazonenstrom = Marañon etc. bedurften der Deutlichkeit wegen der für den Sucher oft unbequemen Verweisung.
Für die Lagebestimmung ist der Meridian von Greenwich angenommen.
Was die benutzten Quellen betrifft, so würde eine vollständige Aufzählung derselben hier zu weit führen; daher genüge die Angabe, dass, soweit die betreffenden Ministerien und hohen Behörden den an sie ergangenen Gesuchen geneigte dankenswerte Berücksichtigung geschenkt haben, überall das neueste offizielle Material, sonst aber das durch die neuesten geographisch - statistischen Werke gebotene Material, das ja auch zumeist auf amtlichen Mitteilungen beruht, sowie die neuesten Kartenwerke benutzt worden sind.
Bei der Natur eines so umfassenden Werkes, dessen Bearbeitung nicht wenig Sorgfalt, Umsicht und Fleiss erfordert, bei dem steten Wechsel lokaler, kommunaler, ja selbst weiterer administrativer Einzelheiten, dem nichts weniger als regelmässigen Eingang der Materialien etc., sind selbst bei grösster Sorgfalt Irrtümer, Mängel und Druckfehler nicht zu vermeiden. Allen denen, welche während des Erscheinens der Lieferungen freundliche Berichtigungen einsandten, sei hiermit bester Dank gesagt. Ein Verzeichnis der Berichtigungen und Nachträge wird am Schluss des ganzen Werkes folgen.
1.4 Vorwort Hic Leones, Ver. 1.0
Die hier vorliegende Auflage von
Hic Leones, Ver. 1.0, ist eine historisch-geographische Enzyklopädie der Welt am Ende des 19. Jahrhunderts (1880 - 1898).
Hic Leones soll dem Interessierten, oder wie die Alten sagten, »dem Studierten als auch dem Laien«, direkten Zugang zu referenzierten Daten aus der Literatur ermöglichen, die sonst nur durch ausgiebige Besuche in gut bestückten Bibliotheken zu erhalten wären.
Als Grundlage für
Hic Leones diente Ritters geographisch-statistisches Lexikon von 1895 (8. Auflage, 2 Bände, insgesamt 2 263 Seiten mit etwa 275 000 Einträge), ein deutsches Standardwerk im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Statt die Daten einschließlich der vorliegenden Fehler unverändert zu übernehmen (je nach Land enthalten etwa 3 - 5 % der Einträge logisch oder faktisch falsche Angaben), wurden die einzelnen Einträge korrigiert, standardisiert und erweitert. Durch die Digitalisierung sind nun auch die etwa 15 000 - 20 000 versteckten Einträge (Namen von kleinsten Orten, Gehöften, Bergspitzen, Personennamen etc.) zugänglich, die im beschreibenden Text der Einträge erwähnt werden, aber keinen eigenen Eintrag haben.
Originaltext. Der Herausgeber hat sich im Rahmen der Standardisierung bemüht, den Text der Originalausgabe so weit wie möglich zu bewahren (auch das Schriftbild des Ritter-Lexikons wurde erhalten durch den Entwurf eines entsprechenden Zeichensatzes, der bei der Ergebnisanzeige in den Textfeldern verwendet wird). Die Beschreibung von Regionen und besonders der Bevölkerung mag dem heutigen Leser in einigen Fällen als politisch nicht ganz korrekt erscheinen, wurde aber beibehalten, um die historische Sichtweise nicht zu verfälschen. So entspricht es nicht der Meinung des Herausgebers, eine psychiatrische Klinik als »Irrenhaus« oder »Idiotenanstalt« zu bezeichnen, eine Justizvollzugsinstitution für Frauen als »Zwangsarbeitshaus für Weiber« zu benennen oder den Corsen als »rachsüchtig, stolz, roh, heftig, träge, freiheitsliebend ...« zu charakterisieren. Dennoch sind diese Beschreibungen aufzufinden, da sie dem Text entsprechen und/oder in der betreffenden Zeit gebräuchlich waren.
Korrektur. Eindeutige orthographische Fehler der Originalausgabe wurden korrigiert; gebräuchliche Schreibweisen wie »Thal« oder »Cigarren« wurden beibehalten. Sachliche Fehler, die durch die Sekundärliteratur belegt werden konnten, wurden korrigiert, teilweise ergänzt und erweitert. Wenn ein vermutlich falscher Begriff angetroffen wurde, der (noch) nicht durch die Sekundärliteratur korrigiert werden konnte, wurde dieser Begriff im Text belassen und dahinter ein Fragezeichen in Klammern, d. h. »(?)«, gesetzt.
Standardisierung
Die individuellen Einträge wurden standardisiert in Bezug auf
- Informationsabfolge (Art des Eintrages, Land, Staat, Provinz, Reg.-Bz., Kr., Ger.-Bz., Einwohnerzahl und Zusatzinformationen wie Erwerbszweige, soziale Einrichtungen, Religionszugehörigkeit, Bahnverbindungen, landschaftliche Eigenarten etc. Für den damaligen Buchdruck als Platz sparend zusammengefasste Abfolgen (... in Schlesien, Reg.-Bz., Kr., AGer u. P. Oppeln ...) wurden ausgeführt und ergänzt (... in Deutschland, Kgrch Preussen, Prov. Schlesien, Reg.-Bz. Oppeln, Kr. Oppeln, AGer Oppeln, P. Oppeln ...). Ein weiteres Beispiel: die verschiedenen Abfolgen »St. in Russl., Kaluga, ...«; »St. im russ. Kaluga, ...«; »St. im Gebiet Kaluga, Russl...«; »St. im Gouv. Kaluga, ...«; »St. in Russl., Prov. Kaluga, ...«, ergeben alle nach der Überarbeitung dieselbe Abfolge »St. in europ. Rossija (Russland), Gouv. Kaluga, ...«. Ortsbezeichnungen wie Stadt (St.), Dorf (Df), Weiler (Wlr), Marktfleck (Mkt-Flck.) etc. wurden nach bester Kenntnis und im Sinne der Definitionen verwendet. Bei (noch) undefinierten Ortsbezeichnungen wurde der neutrale Begriff »Ort« verwendet, d. h., Ort bedeutet, daß es sich um eine Stadt, ein Dorf, ein Vorwerk, einen Hof (allgemein: um einen Wohnplatz) handelt.
- Ortsnamen wurden soweit möglich vereinheitlicht, sowohl in der Schreibweise als auch in der sprachlichen Bezeichnung, z.B. einheitliche Bezeichnung bei böhmisch-deutschen Ortsnamen; soweit Hinweise gefunden wurden, ob die Bevölkerung überwiegend aus Tschechen oder aus Deutschen bestand, wurde der entsprechend Ortsname vorangestellt. Dieser Vorgang erfordert kontinuierliche Arbeit und wird in weiteren Versionen von Hic Leones fortgesetzt werden. Zusammengesetzte geographische Bezeichnungen (z.B. Saint-Denis-sur-Loire oder New-York) werden in Hic Leones generell durch Bindestrich verbunden dargestellt, um das Erfassen der Begriffe zu erleichtern. Dies mag der offiziellen Schreibweise entsprechen (wie bei Saint-Denis-sur-Loire) oder von der offiziellen Schreibweise abweichen (wie bei New York).
- Zusatzinformationen. Die Suche nach Begriffen in den Zusatzinformationen wurde dadurch erleichtert, daß einheitliche Begriffe eingeführt wurden, ohne die Ausdrucksvielfalt des Originals zu schmälern. So wird z.B. »Schaf- und Ziegenzucht« zu »Tierzucht (Schafe, Ziegen)«; »Kohlengrube« wird zu »Bergbau (Kohle, eine Grube)« und »bedeut. Kupferbergwerke« zu »bedeut. Bergbau (Kupfer, mehrere Bergwerke)«.
Erweiterung
- Den meisten deutschen Landesnamen (Exonyme) wurden die einheimischen Originalbezeichnungen (Endonyme) der betreffenden Länder und Verwaltungsgebiete vorangestellt, mit der deutschen Bezeichnung in Klammern, z.B. » ... in Bosna-Hersek (Bosnien-Herzegowina) ...«. Dies ermöglicht es dem Anwender einerseits, sich mit Originalnamen vertraut zu machen (ohne auf die deutsche Bezeichnung verzichten zu müssen) und soll andererseits einem nicht deutschsprachigen Anwender das Verständnis und die Interpretation der Daten erleichtern.
- Fehlende oder unvollständige Einträge wurden mithilfe der Sekundärliteratur ergänzt und entsprechend referenziert. Bei der Überarbeitung der USA wurde z.B. festgestellt, daß die Anzahl und teilweise die Namensschreibweise der Grafschaften (counties; Cty) in den einzelnen Staaten der Union nicht mit den Daten in der amerikanischen Referenzliteratur übereinstimmt. Unter Angabe der Referenz wurden die fehlenden Einträge ergänzt.
- Alle Einträge in Hic Leones sind als Typ (Berg, Insel, Ort, Gewässer etc.) kategorisiert, um die Schnellsuche zu erleichtern. Alle Einträge, die unter dem gleichen Namen zwei (od. mehrere) Typen enthalten (z.B. »Kap und Fluss in ...«), wurden aufgespalten in »Kap in ...«. (Typ: Berg) und »Fl. in ...« (Typ: Gewässer). Eine Sonderstellung nimmt der Begriff »Gemeinde« ein. Als (Orts-)Gemeinde ist er als übergeordnete Einheit mehrerer Dörfer und Wohnplätze zu verstehen (d. h. Typ: Verwaltungsgebiet). Gemeinde kann aber auch mit »Dorf« gleichgesetzt sein, wenn diese Gemeinde nur aus einem Dorf besteht (Typ: Ort). In der vorliegenden Ver. 1.0 sind beide Arten von Gemeinde unter dem Typ: Ort kategorisiert. Die meist mehrseitigen Einträge über Länder und Kontinente wurden in die Untereinträge [1] Geographie (evtl. weiter unterteilt in Gewässer, Gebirge, Inseln, Ebenen, Klima etc.), [2] Bevölkerung, [3] Kultur, Religion, Bildung, [4] Produkte, Handel (hier auch Verkehr), [5] Verwaltung (hier auch Gliederung), [6] Militär und [7] Geschichte eingeteilt; Ähnliches gilt für größere Städte und Gebirgskomplexe.
- Da die im Original schon teilweise vorliegenden Fremdbezeichnungen (z.B. Blue-Springs, Bahr-el-Dschur etc.) durch die Überarbeitung nun noch häufiger anzutreffen sind, wurde ein Glossar von über 1200 Einträgen erstellt, das dem Anwender erlaubt, die deutsche Bedeutung von ausländischen Begriffen zu erfahren. Auch sind in diesem Glossar Erklärungen für früher geläufige Begriffe wie »Darre« oder »Posamenten« enthalten.
Ortskoordinaten
Im Text vorgefundene Ortskoordinaten wurden überprüft und, soweit möglich, aus dem Text heraus in ein separates Datenfeld übernommen. Ergänzungen wurden bei Ländern und Ortschaften vorgenommen durch Ableitung der Koordinaten aus Atlanten und der Sekundärliteratur. Die Genauigkeit beträgt etwa ±1'.
Es ist das Anliegen des Herausgebers, durch die vorliegende Enzyklopädie einen Einblick in die Welt am Ende des 19. Jahrhunderts mit all ihren Facetten zu ermöglichen und es ist sein Wunsch, daß sich
Hic Leones als nützliches Werkzeug für Geographen, Historiker, Archivare, Bibliothekare, Genealogen, Philatelisten und Landes-, Namens- u. Kulturforscher erweist.
Er schließt sich dem Vorwort von 1895 an, daß "bei der Natur eines so umfassenden Werkes, dessen Bearbeitung nicht wenig Sorgfalt, Umsicht und Fleiß erfordert, ... selbst bei größter Sorgfalt Irrtümer, Mängel und Druckfehler nicht zu vermeiden sind" und er ermutigt den aufmerksamen Leser, ihm diese mitzuteilen und mit technischen oder inhaltlichen Verbesserungsvorschlägen nicht zurückzuhalten.
1.5 Danksagung
Die vorliegende Enzyklopädie hätte nicht realisiert werden können ohne die Zusammenarbeit mit Andreas Franke und Dirk Matzke, mediaService, Siegen (Layout und Gesamtkonzept), und Ronald Altmann, grains|pixels, Leverkusen (Datenbank-Programmierung und Zukunftsvisionen).
Mein tiefer Dank geht an Dr. Ulla B. Rasmussen, Achenheim, für die Realisierung des in der Datenbank benutzten Zeichensatzes, der an die Originalschrift des Ritter-Lexikons angepasst wurde, für den Entwurf des Löwen-Logos und für den Großteil der graphischen Konzepte der Verpackung und der
Hic Leones Website. Ich danke auch Gero Trauth, Buchen, für den Entwurf der Handschriftzüge und J.-F. Staerck, Strasbourg, für seine Hilfe bei der Digitalisierung der Sekundärliteratur.
Besonders wertvoll waren die kreativen Kommentare und nützlichen Hinweise der Beta-Tester Dr. F. Achenbach in Königswinter-Heisterbacherrott, J. Guillaume in Dorlisheim, J.-M. Holderbach in Oberhausbergen, Prof. Dr. W. Kainz in Wien, M. Kasokat in Henningsdorf, Prof. Dr. W. Kolb in Borkwalde, Prof. Dr. I. Kretschmer in Wien, Dipl.-Ing. T. Krieg in Bühl/Baden, Dipl.-Ing. N. Rasmussen in Søborg, Dipl.-Ing. C. Aschoff in Ulm, B. Rudnick in Welzheim, Dr. M. Solt in Achenheim, E. Tønnesen in Køge, K.-L.Weber in Syke u. R. Welzel in Stockach/Hoppetenzell, die die Enzyklopädie auf Anwenderfreundlichkeit und Funktionalität überprüften.
Weiterer Dank für freundliche Unterstützung auf verschiedenen Gebieten geht an D. Ali-Hadji, Dr. O. Boussif, Dr. S. Braun, Dr. G. Cauet, Dr. B. Cavallini, B. Ferry, W. Gihske, F. Gindraux, P. Jacquot, M. Kelly, J.-M. Kolb, Mc Ilhenny Co., O. Osbourne, H. Schmidt, M. Andrack u. L. Strohl.
Achenheim/Alsace, September 2003
Dr. Hanno Viktor Josef Kolbe
1.6 Vorwort Hic Leones, Ver. 1.2
Nach der Veröffentlichung der ersten Erweiterung,
Hic Leones, Ver. 1.1, im Februar 2005, liegt nun mit der Ver. 1.2 eine zweite Erweiterung vor, deren neue Inhalte und Funktionen in
Kapitel 11 beschrieben werden.
Diese dritte Edition (in drei Jahren) wurde durch die breite Akzeptanz der ersten beiden Editionen von
Hic Leones ermöglicht und der Herausgeber möchte sich auf diesem Wege bei allen Anwendern der Enzyklopädie bedanken.
Ein ganz besonderer Dank geht an diejenigen Anwender, die Kommentare und Vorschläge machten, die neue Anstösse gaben bezüglich Inhalt und Funktionen, die neue Kontakte zur akademischen Zusammenarbeit ermöglichten, die mir Daten überließen oder Zugangsrechte einräumten, oder die
Hic Leones ein öffentliches Forum anboten (in alphabetischer Reihenfolge): G. Fiedler/Dvùr Králové, J. Frommer/München, B. Glasow/Bonn, B. Knust/Garbsen, P. Lingnau/Augsburg, W. Otto/Oberoderwitz, C. Piech, Polish Genealogical Society of America/Milwaukee, S. Scheller/Kempten, D. Selig/Kempten, D. Sejak/Viernheim, M. Seifert/Potsdam, Prof. Dr. J. Udolph/Leipzig, K. Wesling/Bremen, K.P. Wessel Bremen u. A. Zabiegay, Verlag f. Standesamtswesen/Frankfurt/Main.
Achenheim/Alsace, Juni 2006
Dr. Hanno Viktor Josef Kolbe
1.7 Widmung
Hic Leones ist den führenden deutschsprachigen Geographen des 19. Jahrhunderts und deren Mitarbeitern gewidmet: K. Ritter, R. Andree, J.J. Egli, V. Grübel, A. Hettner, O. Hübner, Fr. von Jurascheck, E. Keil, E. Metzger, J. Penzler, J. Perthes, F.A. Perthes, A. Petermann, A. Scobel, A. Supan u. H. Wagner, um nur einige zu nennen. Ihre Initiative und kompromisslose Arbeitsqualität hat uns reiche Nachschlagewerke und Atlanten von hoher Ästhetik und großem Informationsgehalt hinterlassen.
Dank an Dr. Jean-Pierre Lecocq (1947 - 1992), der mir in den Gründerjahren von Transgene SA, Strasbourg, ein eindrucksvolles Beispiel gab, daß in der Forschung das Unbekannte kein Problem darstellt, sondern eine tägliche Herausforderung ist und daß Ernsthaftigkeit und Humor keine Widersprüche sind.
Persönlich danke ich meinen Eltern, Dr. med. Hansheinz Gotthard Viktor Kolbe (1907 - 1989), der mir in seiner Weisheit beibrachte, »immer das richtige Werkzeug« anzuwenden, und Else Kolbe, geb. Jung (1909 - 2002), einer in jeder Hinsicht starken Frau.
Meiner Frau, Dr. Ulla B. Rasmussen, und unseren (fast) erwachsenen Kindern, Gregor Viktor und Lena Karoline, danke ich für ihr grosses Verständnis, unendliche Geduld und die ermutigende Unterstützung bei der Zähmung von
Hic Leones.
Dr. Hanno Viktor Josef Kolbe